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Home you old JoSh

XI Lachen

Der nächste Morgen ist da…okay sagen wir es richtig, es ist inzwischen Mittag. Natürlich hat mich niemand geweckt und es ist schon 10 Minuten vor um eins! Super Josh kommt gleich und ich bin immer noch in Boxershorts und suche verzweifelt nach einer sauberen Hose. Wieso zum Henker finde ich keine, wenn ich mal eine suche? Endlich da ist eine! Freudestrahlend stürze ich mich auf die blaue Jeans, die in der hintersten Ecke meines Schrankes liegt. Ich nehme sie raus und begutachte sie. Jetzt weiß ich auch wieso sie die einzig saubere ist. Sie hat ein pinkes Herz auf der Gesäßtasche. Na ganz toll. Das darf jetzt nicht wahr sein oder? Seit wann habe ich eine Jeans mit pinkem Herz?! Na egal, Josh kommt gleich und ich bin nicht so scharf drauf ihm in Boxershorts gegenüber zu stehen. Ich muss mein ohnehin schon gereiztes Schicksal nicht noch extra herausfordern, weil ehrlich gesagt habe ich wenig Lust darauf, dass Josh mich anspringt und mich ficken will. Ich mein, okay mein „bester“ Freund ist schwul, aber das heißt noch nicht, dass ich es auch bin!

Von unten ruft irgendwer, dass Josh unten warte. Na dann schnell in die Hose…auch wenn sie ein pinkes Herz aufgenäht hat. Das muss ich ja aber niemanden verraten. Also schnell in die Hose, noch ein T-shirt übergezogen und ab nach unten.

Unten wartet ein nur in Bermudashorts bekleideter Josh.

„Guten Morgen“, strahlt er mich an.

Wie kann ein Mensch schon morgens nur so fröhlich sein? Das ist ja richtig unheimlich. Und was will er so wenig bekleidet hier? Also ich meine es ist zwar warm, aber auch nur wenn man draußen ist. Ich hatte ja eigentlich vorgehabt im Haus zu bleiben, weil draußen du ja nur so vor dich hinschmilzt. Josh grinst mich nur an, als er meinen fragenden Blick bemerkt.

„Wir gehen schwimmen.“ Meint er als wäre es die tollste Sache der Welt.

Ist es aber ganz sicher nicht! Ich hasse Schwimmen. Egal ob in der Schule oder während meiner Freizeit, die ich in der Regel mit etwas Erfreulicherem verbringe. Ich hasse es einfach, dass jeder meinen Körper sehen kann. Also sehen kann, wie dünn und unmännlich ich bin, die Narben, die ich mir selbst zugefügt habe und vor allem kann dann jeder sehen, wie dämlich ich mich beim Schwimmen anstelle. Das ist eine der Sportarten in denen ich wirklich eine absolute Niete bin. Mein Sportlehrer hat das zum Glück schon letztes Jahr begriffen und zwingt mich von daher nicht mehr mit zu schwimmen. Zu meinem Leidwesen bin ich letztes Jahr nämlich fast ertrunken. Und das einen Meter vom Beckenrand entfernt! Aber egal… ich muss Josh irgendwie davon überzeugen, dass wir nicht schwimmen gehen. Fragt sich nur wie.

„Muss das denn sein?“, maule ich. Maulen schadet nie.

Dann versucht er immer, denjenigen zu beruhigen. Den Trick mit dem Maulen hab ich schon rausgekriegt, als wir beide zehn waren.

Und es klappte tatsächlich schon wieder.

Josh meinte mit sanfter Stimme: „Ach komm schon Da, das wird sicher lustig.“

„Mir wäre es lieber, wenn wir irgendwas anderes machen.“ Auch wenn es joggen in dieser Hitze sein sollte, es wäre immer noch besser als Schwimmen.

Der Blondschopf grinste mich fies an. Hä? Was soll das? Was grinst der so böse? Oh man, ich ahne schlimmes.

„Wenn du mitkommst, lade ich dich morgen oder heute oder irgendwann zum Essen bei Angelo´ s ein. Du kannst auch so viel essen wie du willst.“

Sein fieses Grinsen wird noch breiter, als er sah wie dumm ich aus der Wäsche schaue.

„Das ist gemein, weißt du das?“, frage ich schmollend.

„Och, Kleiner, nicht traurig sein. Kriegst doch ein gutes Essen dafür.“

„Dir ist schon klar, dass ich mich durch die halbe Speisekarte fressen werde?“

Josh lacht laut auf: „Natürlich.“

„So und jetzt pack dein Zeug, damit wir endlich los können.“

Extra langsam schlendere ich zurück in mein Zimmer. Ich habe wirklich keinen Bock darauf mit diesem fiesen Typen schwimmen zu gehen! Okay ich krieg freies Essen bei Angelo´ s, aber trotzdem…oh man, wenn ich schon daran denke fängt mein Magen an zu knurren. Angelo´ s ist mein Lieblingsrestaurant. Ich esse unglaublich gerne italienisch und bei Angelo´ s gibt es das beste italienische Essen überhaupt. Leider habe ich hofft nicht genügend Zeit da essen zu gehen und ja ich gebe es zu, es ist auch einfach auf Dauer zu teuer. Vor allem, weil ich da immer so viel esse. So schlank wie ich bin, könnte man gar nicht denken, dass ich es schaffe an einem Abend etwa 8 Pizzen zu verdrücken. Aber so etwas geht. Allerdings nur bei Angelo´ s. Ich glaube Josh hat zu viel Geld, wenn er es so zum Fenster rausschmeißt. Andererseits hätte er mich wohl mit etwas anderem nie dazu überreden können. Na egal, fies war es trotzdem. Das wird er zurückbekommen. Aber natürlich erst nachdem wir essen waren, versteht sich ja wohl von selbst.

Meine Sachen waren schnell gepackt, so langsam ich mich auch anstellte. Also wieder ab nach unten zu Josh, diesmal aber mit einem kleinen Rucksack beladen. Josh geht mir voran nach draußen und wir laufen dann gemütlich in Richtung Freibad. Ich krieg langsam echt einen Hass auf Schwimmbäder. Welcher Depp hat die eigentlich erfunden? Ich stelle die Frage an Josh und der meint klugscheißerisch: „Die Römer natürlich.“

„Ah ja.“ Sag mal ist der ein wandelndes Lexikon? Welcher Normalsterbliche kann sich so einen Scheiß merken?

„Das wüsstest du auch, wenn du letzte Lateinstunde nicht gepennt hättest.“ Er grinste mich wieder frech an.

„Woher weißt du, dass ich geschlafen habe?“ Er kann das ja eigentlich doch gar nicht merken oder? Ich meine immerhin sitzt er vor mir, also kann er mich praktisch gar nicht sehen.

„Ich hab mich mal kurz zu dir hintergedreht und da hast du dir fröhlich deine Augenlider von innen angeschaut.“ Was für eine tolle Umschreibung fürs Schlafen. Langsam glaube ich echt, dass ich es mit einem wandelnden Buch zu tun habe. Ich weiß zwar noch nicht welchem, aber ich schwanke zwischen Gedichtsammlung, Lexikon und Duden.

„Pff, lass mich doch machen was ich will.“

„Lass ich doch auch, dich kann doch eh keiner davon abhalten nicht einzuschlafen.“

Ich boxe ihn in die Seite, woraufhin er sich die Stelle hielt und sein Gesicht verzog, als hätte er Schmerzen. Ach der Arme kann einem fast schon leid tun.

„Du musst doch nicht gleich so brutal sein.“

„Als ob dir das wirklich weh getan hätte.“

„Hat es natürlich!“, er macht ein richtig überzeugendes Gesicht.

Ich muss erstmal richtig lachen. Gott, tut das gut, wieder richtig zu lachen. Ich weiß gar nicht, wie lang es her ist, dass ich so richtig lachen musste.

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