fly away & find happiness
Image
Brushes
Design
Home you old JoSh

XIII Wasser?!

Josh sieht immer noch ziemlich sauer aus. Der guckt mich seit fast zwei Minuten schweigend an und ich hab keine Ahnung was ich machen soll. Klar, ich habe nicht vor nachzugeben, aber ich will auch, dass er endlich aufhört mich so sauer anzusehen.

„Hörst du heute noch auf so sauer zu gucken.“

„Klar.“, sagt er mit einem Grinsen und beugt sich zu mir runter.

Mit einer schnellen Bewegung wirft er mich über seine Schulte. Mein Gott ging das schnell, ich konnte gar nicht so schnell schreien wie ich auch schon über seine Schulter lag. Aber das kann man ja nachholen.

„Josh! Bist du von allen guten Geistern verlassen?! Lass mich sofort runter“

Ich versuche von ihm runterzukommen, aber er hält mich unbarmherzig fest. Natürlich achtet er nicht auf meine blauen Flecken. Er setzt sich in Bewegung, nur leider kann ich nicht sehen wohin, aber denken kann ich es mir schon. Dreimal dürft ihr raten wohin. Richtig! In Richtung Becken. Die Leute schauen uns verwirrt und belustigt hinterher. Muss ja aber auch ziemlich komisch aussehen. Er schlendert so dahin als wäre nichts, dabei hat er ein sich windendes, Zeter und Mordio schreiendes Etwas über seiner Schulter hängen. Das Etwas bin ich. Und langsam wird es mir echt zu bunt. Was fällt ihm ein!? Der kann mich doch nicht einfach so herumtragen!

„Lass mich endlich runter!“, begehre ich noch einmal auf.

„Das hättest du wohl gerne.“ Ich muss nicht einmal in sein Gesicht sehen, um zu wissen, dass er sich halb tot grinst.

„Jaaaaa!“

Gibt es hier keinen Bademeister, der ihn daran hindert mich einfach so herumzuschleppen?! Oder ihn daran hindert, mich ins Wasser zu schmeißen? Immerhin habe ich meine Klamotten an und konnte an dem Schock, den ich durch das kalte Wasser bekommen könnte, sterben. Es gibt einen Bademeister, den Josh natürlich persönlich kennt und der ihm auch noch viel Glück und Spaß bei seiner Tätigkeit wünscht. Ich fass es nicht! Wieso muss sein Onkel ausgerechnet hier Bademeister sein?! Wieso tut die Welt mir so was an? Ich könnte heulen. Ich will nicht in das Wasser. Es ist kalt … und nass. Okay, dass ist nichts neues, aber ich will echt nicht. Außerdem mache ich mich dann mal wieder vor allen Leuten zum Affen. Gut, dass Josh mich herumträgt ist schon peinlich genug. Fehlt nur noch, dass hier einer aus der Schule auftaucht.

„Hey, Josh, wenn trägst du denn da rum?“, fragt eine belustigte Stimme vor mir.

„Hi, Jim, das ist Damian.“, antwortet Josh ihm ebenso belustigt.

Also ich finde es überhaupt nicht lustig. Vor allem nicht, da Jim in meiner Klasse ist. Am Montag wird das natürlich ein super tolles Gesprächsthema sein.

„Na dann, viel Spaß.“

Ein Handschlag und schon geht es weiter. Ich schlage mit meinen Fäusten weiter auf ihn ein. Langsam tun mir die Hände weh, aber das hätte er wohl gern, dass ich aufhöre. Der Boden unter uns verändert sich, wird zu Beton oder so etwas ähnlichem. Ist auch egal, was für ein Boden es ist. Viel wichtiger ist, dass dieser Boden mir zeigt, dass wir das Schwimmbecken gleich erreicht haben. Fuck!!!

„Josh, bitte nicht!“

„Da hilft dir auch kein bitte, Kleiner.“

Und dann ist es soweit. Allerdings schmeißt er mich nicht in dieses kalte Nass, sondern lässt mich vorher runter und stellt mich vor sich hin. Bevor ich aber meine Chance nutzen und fliehen kann, hat er mich schon in seine Arme geschlossen. Und springt.

Kaltes Wasser umschlingt uns. Josh hält mich weiter in seinen Armen, während wir schnell tiefer sinken. Zum Glück habe ich schnell die Luft angehalten, trotzdem dringt mir etwas Wasser in die Nase, was einen unangenehmen Druck verursacht. Meine Kleider haben sich schon längst voll Wasser gesogen und ich merke wie sie immer schwerer auf meiner Haut liegen. Als würden sie auf einmal eine Tonne wiegen. In den kurzen Sekunden in denen wir sinken schaut mich Josh immer an. Diesmal ohne zu grinsen, sondern total ernst. Zuerst wollte ich mich wehren, aber der tiefe Blick seiner Augen hielt mich davon ab. Wie schafft er es mich mit diesen Augen zu hypnotisieren? Kleine Luftblasen steigen von seinem zusammengepressten Mund und seiner Nase auf, seine Haare wirbeln um uns herum und sein Blick hält mich weiter gefangen, als wäre ich sonst etwas Interessantes.

Dann ist dieser Augenblick aber auch vorbei. Wir prallen hart auf den Boden auf und Josh stößt sich schnell ab. Er entlässt mich immer noch nicht aus seinen Armen, was, glaub ich, auch ganz gut so ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ohne seine Hilfe zurück zur Oberfläche geschafft hätte. Meine Kleidung behindert uns ganz schön daran wieder an die Luft zu kommen. Aber wir schaffen es.

Wieder an der Luft lässt mich Josh endlich los und schwimmt neben mir zum Beckenrand. Wie können Klamotten nur soviel wiegen? Ich muss mich ganz schön anstrengen, um nicht unterzugehen. Am Beckenrand klettere ich etwas umständlich aus dem Wasser. Diese verdammten Klamotten sind echt verdammt schwer! Wie ein begossener Pudel muss ich wohl aussehen, wie ich da neben dem Becken stehe und meine ganzen Klamotten an mir kleben. Mir ist auf einmal schrecklich kalt und der Wind, der über meine patschnassen Haare streichen, jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken.

Hände legen sich auf meine Schulter, und lassen mich erschrocken zusammenzucken. Welcher Depp wagt es mich so zu erschrecken?! Ich drehe mich zornig um und sehe den Übeltäter. Natürlich war es Josh. Wer denn sonst?

Vor Wut kochend frage ich, was der Scheiß sollte.

„Du erkältest dich noch, wenn du hier weiter doof herumstehst.“

„Ich stehe solange hier wie ich will.“

Sollte ich doch krank werden, mir ist das so was von egal. Was denkt sich der Kerl eigentlich?! Zuerst springt er mit mir ins Wasser und dann erschreckt er mich zu Tode! Was für ein wahnsinnig toller Freund!

Josh sieht mich seufzend an, keine Spur von seinem üblichen Grinsen.

„Trockne dich ab und dann darfst du mich anschreien.“

Mit diesen Worten ging er einfach an mir vorbei, zurück zu unseren Handtüchern. Am liebsten hätte ich ihm hinterher geschrieen, dass er verdammt noch mal stehen bleiben soll, aber das war mir dann doch zu peinlich. Mein ungewollter Auftritt zog immer noch die Blicke der Badegäste auf sich. Ich kill den noch! Oder zumindest werde ich ihm große Schmerzen bereiten! Der kann was erleben, wenn ich mich abgetrocknet habe!

Mit großen Schritten eile ich zu meinem Handtuch und entferne mich schnellstmöglich von meinen nassen Sachen. Josh liegt schon in der Sonne und lässt sich von dieser trocknen. Er schaut erst auf, als ich mich, wieder halbwegs trocken, auf mein Handtuch fallen lasse. Ich erwidere seinen fragenden Blick sauer. Hat er etwa gedacht, ich rege mich in der kurzen Zeit ab.

„Du bist selber daran  schuld.“, sagt er mit einem leichten Grinsen.

Als ich ihn aber nur weiter wütend ansehe und keine Antwort von mir gebe, setzt er sich auf. Ich werde jetzt ganz sicher nicht mit ihm reden. Von früher weiß ich, dass es ihn viel mehr aufregt, wenn man nicht mit ihm redet, als wenn man ihn anschreit. Und genau das werde ich jetzt auch machen, ihn anschweigen. Josh schaut mich ausdruckslos an und dann macht er etwas mit dem ich nie gerechnet hätte. Er zieht mich an sich und umarmt mich. Hab ich irgendwas nicht mitbekommen? Was bildet sich der Kerl ein? Das ich sein Schmusekissen bin und er mich umarmen kann wann und wo er will?!

„Lass das!“, sage ich zornig und drücke mich weg, aber er hält mich immer noch fest.

„Nein.“

Josh legt sich zurück auf sein Handtuch und zieht mich einfach mit sich, egal wie sehr ich mich auch wehre. Ich zerkratze ihm die Arme, schlage und trete ihn, aber ihm ist das völlig egal. Er hält mich weiter fest. Nach einer Weile kann ich nicht mehr und höre auf. Vielleicht lässt er mich ja so auch los? Ich hoffe es doch. Meine Hoffnung wird enttäuscht. Heute muss die Welt echt etwas gegen mich haben.

Genervt seufze ich auf und lasse den Kopf auf seine nackte Brust sinken.

Host

Gratis bloggen bei
myblog.de