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XXV Titanic

Ha! Hab ich’s  nicht gesagt! Meine Grippe ist natürlich wieder schlimmer geworden nur leider nicht so schlimm, dass sie von der Schule befreit hätte. Ach männo… Dafür latsche ich jetzt mit 10 Päckchen Taschentücher bewaffnet in die Schule. Das kann ja heiter werden.

Josh läuft brav vor sich hin grinsend neben mir her und wünscht mir unablässig fröhlich bleibend „Gesundheit“ wenn ich im Minutentakt niese. Diese penetrante gute Laune am Morgen ist echt tödlich. Vernichtend schaue ich zu ihm herüber, aber ihn scheint das gar nicht zu jucken. Verdammt! So eine Einstellung will ich auch! Ob das erblich ist?

„Kommst du heute Nachmittag mit zu mir?“

„Wir haben Nachmittagschule, Josh.“

„Achso…“, das hat ihm erstmal einen Dämpfer verpasst.

„Und danach?“, er strahlt mich an.

Wer hat ihm denn den scheiß Gedanken eingepflanzt? Darauf kann er doch unmöglich allein gekommen sein oder? Ich meine, so blöd ist er doch echt nicht oder?

Ich sehe ihn ungläubig an.

„Josh, ich bin krank und wir haben bis um 3 Uhr Schule. Ich kann froh sein, wenn ich danach noch lebe!“

„Ich koch dir auch eine Suppe…“

„Okay.“, das Wort schießt mir nur so aus dem Mund sobald ich Suppe gehört habe. Was geht denn mit mir ab? Ist Schnupfen wirklich schädlich fürs Gehirn? Ich habe die Befürchtung, dass meine Zustimmung für das Treffen etwas zu voreilig war, aber immerhin kocht er mir eine Suppe, das ist doch auch ganz praktisch. Vielleicht geht es mir danach sogar gut. Wenn ich dann überhaupt noch lebe. Acht Stunden Schule mit Grippe, kann man das schaffen? Ich will es doch hoffen. Wenn nicht: Ich möchte einen Grabstein mit blutroten Sternen, bitte. Danke.

Bis zur 5. Stunde läuft alles ganz okay, außer das ich wie immer nichts mitkriege, aber wundert das überhaupt noch jemanden? Leider gehen mir in der Mittagspause die Taschentücher aus. Wie konnte das passieren? Ich habe immerhin 10 Päckchen mitgenommen! Zum Glück hat Josh noch ein paar dabei und es sind ja nur noch 2 Schulstunden, das werde ich hoffentlich überleben. Danach brauche ich aber erst einmal ein Bett. Langsam wird meine Konzentrationskraft immer schwächer, ich liege nur noch auf meinem Tisch und schaffe es kaum mich aufzuraffen, um mir die Nase zu putzen. Verdammte Grippe, verdammter Regen… nicht einmal wütend kann ich richtig werden, so krank bin ich schon. Gott, muss ich wirklich an Schnupfen sterben? Wenn ja, dann hindere die Menschen bitte das auf meinen Grabstein zu schreiben. Wie ich sie kenne würden sie das nämlich sehr gerne machen. Ich kann es schon regelrecht vor mir sehen: „Damian – gestorben an Schnupfen“ Das würde ihnen so passen! Nein, ich werde nicht an einem dämlichen Schnupfen sterben! Jedenfalls noch nicht.

Ich bringe auch noch die letzten zwei Stunden mit Ach und Krach hinter mich. Die Lehrer hatten zum Glück ein Nachsehen und haben mich in Ruhe gelassen. Vielleicht sind sie ja doch Menschen, aber auch nur vielleicht.

Als wir das Schulhaus verlassen sieht Josh mich mitleidig an und entschließt sich schließlich, nachdem wir das Schulgelände verlassen haben und alle Mitschüler außer Sicht sind, mich huckepack zu nehmen und zu sich nach Hause zu tragen.

Danke Josh.

Ich weiß nicht ob ich den Fußmarsch geschafft hätte. Andauernd wird mir schwindelig. Wieso unbedingt ich? Was habe ich denn jetzt schon wieder verbockt, dass ich mit Schwindelanfällen bestraft werde?!

Der Wagen von Joshs Eltern steht nicht in der Einfahrt, sie sind also wahrscheinlich noch arbeiten. Soll mir recht sein… reicht auch schon wenn seine Schwester da ist.

Er setzt mich neben die Haustür auf eine Bank und kramt erst einmal in seinen zehntausend Taschen nach seinem Schlüssel. Wie kann eine Hose nur viele Taschen haben? Und wie kann man nur so viel unnützes Zeug darin herumschleppen?! Nach einer halben Ewigkeit findet er ihn doch noch und wir können endlich ins warme Haus.

„Was hältst du davon wenn ich dir die Suppe koche und du dich solange unter den Decken auf der Couch vergräbst?“, fragt er mich mit einem breiten Grinsen.

Ich nicke nur schwach, zu mehr fehlt mir die Kraft. Die Schule hat mir echt den Rest gegeben. Verdammte Institution.

Das Wohnzimmer ist wirklich riesig, viel größer als unseres zu Hause. Aber das Beste ist das Sofa. Es ist fast so groß wie ein Ehebett und einfach nur bequem! Ich kuschele mich in die Kissen und lege die drei Wolldecken über mich. Oh ja… so lässt es sich wirklich gut genesen.

Eine leise Melodie dringt unangenehm nervend an mein Ohr. Man, ich war doch schon fast am Schlafen! Welcher Depp weckt mich denn jetzt?! Ah, es hört auf! Wie wohltuend doch die Stille sein kann. Ich verkrieche mich wieder tiefer in den Decken.

„Da? Schläfst du?“

Was will der denn jetzt auf einmal von mir?

„Mhm…“

Ich hoffe er hat einen guten Grund mich beim Erholen zu stören. Vielleicht ist ja auch die Suppe schon fertig, aber irgendwie glaube ich das kaum. Vorsichtig öffne ich das linke Auge und sehe das Josh  nicht alleine ist – mal abgesehen von mir.

Julien ist da.

„hallo…“, was macht Julien bitte hier?!

Josh wendet sich an Julien: „Hey, wie wäre es wenn du erstmal deine Jacke und Schuhe ausziehst?“

Mit ausdruckslosem Gesicht verschwindet Julien im Gang. Er hat dunkle Fußspuren auf dem Fußboden hinterlassen.

Sobald Julien außer Sichtweite ist beugt sich Josh zu mir und flüstert mir ins Ohr: „Julien und Lunas haben Krach und na ja… könntest du dich ein bisschen um ihn kümmern? Ich habe noch in der Küche zu tun…“ Josh sieht mich verzweifelt an.

Oh man… das hat mir gerade noch gefehlt. Aber okay, ich meine, ich kann Josh ja auch nicht überfordern. Obwohl… überfordere ich mich nicht selber, wenn ich mir jetzt diesen depressiven Kerl aufhalse? Ich nicke trotzdem.

„Oh danke!!!“, er strahlt mich mit seinem liebsten Lächeln an, was aber auch nicht die Tatsache verbessert, dass ich gerade dabei bin mir den Nachmittag zu vermiesen.

Er geht auch in den Gang und ich kann hören, wie er zu Julien meint, er solle sich doch zu mir ins Wohnzimmer setzten und keine Angst vor mir haben, ich würde noch nicht an Schnupfen sterben. Erst morgen. Na danke, Josh. Da fühlt man sich doch gleich viel gesünder.

 Leise schlürft jemand über den Parkettfußboden und lässt sich links von mir in einen großen Ohrensessel plumpsen. Ich schaue zu dem Häufchen Elend hinüber. Er sieht wirklich übel aus. Ausdruckslose Augen, rote Nase, verwuscheltes Haar und zerknitterte, nasse Klamotten. Im Sessel sitzt er wie ein Schluck Wasser. Da kann man wirklich glatt Mitleid bekommen.

Ich räuspere mich, um überhaupt etwas normal sprechen zu können: „Ähm, guck doch mal bei Josh in den Klamottenschrank, ob du da was findest. Sonst wirst du auch noch krank.“

Er schaut mich ausdruckslos an – kann er auch noch anders gucken?!

„Er hat bestimmt nichts dagegen.“, ich zwinge mich zu einem freundlichen Lächeln, was aber leider schrecklich misslingt, weil sich auf ein Mal meine Nase entschließt wie ein Wasserfall zu laufen.

Wenigstens schwingt sich Julien halbherzig aus dem Sessel und trottet lahmarschig in Joshs Zimmer. Zumindest hoffe ich, dass er dorthin geht und nicht doch vom Balkon springt. Wobei das auch nicht tödlich wäre, da darunter weiche Büsche stehen.

Nach einer Ewigkeit – meine Nase lief indessen feuchtfröhlich weiter – kommt Julien auch wieder. Mit übergroßen Klamotten von Josh am Leib. Ich wusste gar nicht, dass Josh handgestrickte Pullover mit Weihnachtsmännern darauf in seinem Kleiderschrank aufbewahrt. Er verkriecht sich wieder im Ohrensessel und starrt vor sich hin. Ich glaube er zählt die Staubkörner auf dem Couchtisch.

Oka~ay, wie lange will er noch so schweigend da hocken? Ein paar Jahre? Das ist doch bescheuert.

„Ähm, möchtest du reden?“, meine Stimme hört sich an, als ob ich gleich verrecke.

Julien sieht mich an. Seine Lippen zittern, also wollte er etwas sagen, traue sich aber nicht. Seine Augen werden immer glasiger. Scheiße! Wenn ein Junge anfängt zu heulen, dann muss es schon wirklich hart sein.

Ich schwinge mich vom Sofa und schwanke mit einer Decke in der Hand zu ihm. Die Decke lege ich ihm um die Schulter und quetsche mich dann neben ihn in den großen Sessel. Langsam laufen ihm die Tränen über die Wangen. Ich reiche ihm ein Taschentuch, dass er mit den Fingern zerrupft.

„Wir ähm waren bei ihm zu Hause und ähm… wir wollten einen Film ansehen…“, er stockt und schluckt. Mit tränenden Augen starrt er wieder den Tisch an.

„Und was ist dann passiert?“, anscheinend muss man ihn ein bisschen ausquetschen, da er sonst nichts von sich aus erzählen wird. Na toll, und das mit meiner wunderbaren Stimme.

„Ich wollte ähm… einen Film…  anschauen und er wollte aber unbedingt „Dracula“. Wir … stritten immer mehr…“

Und das ist alles?! Ich bin ehrlich gesagt geschockt. Ein kleiner Streit um einen Film wirft ihn so dermaßen aus der Bahn?!

„Er hat gesagt, er hasst mich!“

Er schluchzt laut und vergräbt das Gesicht in den Händen. Seine Schultern zucken unkontrolliert. Das Tempo ist zerrissen und die Schnipsel sind überall verteilt. Vorsichtig lege ich ihm die Hände auf die Schultern. Deswegen ist er so seltsam drauf. Ist auch verständlich oder? Wenn ich mir vorstelle, Josh würde sagen, er hasst mich… ja was dann? Ich weiß nicht, was ich tun würde, sollte ich ihn wieder verlieren. Ich will gar nicht daran denken. So nervig er auch ist, ich brauche ihn irgendwie. Vielleicht ja gerade weil er so nervig ist. Wer weiß…

Nach einer Weile beruhigt sich Julien wieder etwas und er hebt den Kopf wieder etwas aus seinen Händen. Sein Gesicht ist total verheult. Er sieht mich verzweifelt an. Es braucht kene Worte um seine Frage zu verstehen: „Was soll ich denn jetzt tun?!“

Ich blicke ihn ratlos an: „ Sorry, aber ich bin kein Liebesexperte. Ich habe von so was keine Ahnung, aber ich weiß, dass sich das alles wieder irgendwie einfügen wird. Du darfst nur nicht alles so Schwarz sehen.“  Ich versuche ihn aufmunternd anzulächeln, aber irgendwie geht das mit einer mittelschweren Erkältung schlecht.

„Helft ihr mir mal beim Tisch decken?“, höre ich Josh aus der Küche rufen.

„Na komm.“, ich stehe auf und reiche ihm die Hand.

Er schafft es sogar sich zu einem kleinen Lächeln durchzuringen, was bei seinen verheulten Augen etwas sehr widersprüchlich aussieht, aber okay, wenigstens weint er nicht mehr. Ich bin stolz auf dich, Da!

In der Küche riecht es schon stark nach Joshs berühmt, berüchtigter Suppe. Ich fühle schon wie ich spürbar gesünder werde. Vielleicht sollte ich die Suppe auch mal inhalieren….okay jetzt denke ich echt scheiße. Wahrscheinlich steigt mir der gelungene Tröstungsversuch von gerade zu Kopf. Ich habe bisher noch nie jemanden getröstet. Ich dachte immer, ich kann so was gar nicht, aber anscheinen kann das jeder Vollidiot.

Josh drückt uns die Teller und Löffel in die Hand und schickt uns mit diesen bewaffnet zum Esstisch. Ich lasse mich erschöpft vor meinen dampfenden Suppenteller plumpsen. Man, ich wusste gar nicht, dass Trösten so anstrengend ist. Wenn das immer so ist, dann mache ich das nie wieder oder zumindest nicht solange ich erkältet bin. Meine Nase läuft immer noch einen Marathon.

Das Essen verläuft schweigend. Josh ist viel zu sehr damit beschäftigt vor Stolz über seine Suppe zu platzen, Julien stiert in die Suppe, als würde dort ein spannender Aktionfilm laufen und ich inhaliere den Duft von dieser herrlich heißen Suppe! Die hat sogar Buchstabennudeln, ist das nicht geil?! Na, Gott? Bist du neidisch?! Hihi, aber du kriegst nichts ab! Naaaahein, das sind alles meine Buchstabennudeln! Okay, Josh?! Was hast du in die Suppe getan!?! Hilfe, ich bin auf Drogen!!! Ich bin schon so gestört, dass ich nur noch Ds, As und Ms esse. Die As gehen mir schon aus.

Von irgendwoher kommt leise Musik. Ich glaube das ist die Titanicmusik, aber egal. Solange es nicht noch lauter wird, soll es mir recht sein. Man kann es ja ignorieren. Aber leider bleibt es nicht so schön leise, sondern wird immer lauter. Und der/die Sänger/in singt ja schrecklich! Auch Josh und Julien schauen irritiert.

„Woher kommt der Krach?“, fragt Julien in die Runde.

„Ich glaube von draußen…“, meint Josh und steht auf, um durch das Fenster nach draußen zu spähen.

„Ach du heilige Scheiße!!! Kommt mal schnell her!!!“

Josh fuchtelt wild mit den Armen und kann den Blick nicht von draußen wenden. Was auch immer da ist, es muss etwas furchtbar tolles sein. Vielleicht fackelt sich ja jemand ab. Julien und ich treten neben ihm an das Fenster und starren auf die dunkle Straße – die Straßenlaternen sind hier natürlich so weit auseinander, dass man kaum etwas sehen kann. Etwas bewegt sich auf der Straße, aber ich kann nicht sehen was.

„Oh Gott…“, höre ich tonlos eine Stimme neben mir.

Ich drehe mich zu Julien, der auf die Knie gesunken ist und wie gebannt nach draußen starrt.

„Wie… was… warum… Lunas…“, er spricht so undeutlich, dass Josh und ich uns zu ihm herunterbeugen müssen, um überhaupt etwas zu verstehen.

Mein lieber kochender Freund hebt Julien wieder auf seine Füße und fragt ihn grinsend: „Na, willst du nicht zu ihm raus gehen?“

Julien sieht ihn verunsichert an und meint darauf: „Ich weiß nicht richtig…“

„Hey, was gibt es denn bitteschön für einen Grund es nicht zu tun?“, Josh sieht ihn mit einem böse –Mutter -Blick an, den ich vorher noch nie bei ihm gesehen habe. Er sieht verdammt echt aus… wie meine Mutter, wenn ich wieder ein Mal etwas verbockt habe. Das ist gruselig.

Julien scheint es ähnlich zu gehen, denn er bewegt sich brav in Richtung Tür. Josh öffnet ihm die Tür, doch Julien bleibt schon auf dem Treppenabsatz stehen. Das Lied hat gerade wieder  begonnen… er will uns das also alles noch einmal antun?! Anscheinend schon… oh man.

Julien starrt wie gebannt auf die Straße zu dem dunklen Jungen, der da mit einem uralten Kassettenrekorder – ich wusste gar nicht, dass es diese Teile noch gibt – steht und vor sich hinträllert:

“Every night in my dreams I see you, I feel you
That is how I know you go on
Far across the distance and spaces between us
You have come to show you go on.
Near, far, wherever you are
I believe that the heart does go on
Once more you open the door
And you're here in my heart
And my heart will go on and on”

Ich spüre Joshs Atem in meinem Nacken. Er haucht mir einen Kuss auf die Schulter und seine Arme umkreuzen sich vor meiner Brust. Ach ist das kitschig… aber wisst ihr was? Scheiß drauf, ich finde es verdammt toll. Ich lehne mich entspannt an Josh.
“Love can touch us one time and last for a lifetime
And never let go till we're gone
Love was when I loved you, one true time I hold you
In my life we'll always go on
Near, far, wherever you are
I believe that the heart does go on
Once more you open the door
And you're here in my heart
And my heart will go on and on

You're here, there's nothing I fear,
And I know that my heart will go on
We'll stay forever this way
You are safe in my heart
And my heart will go on and on”

Josh klatscht laut Applaus. Ähm ob das jetzt wirklich Applaus verdient hat, wage ich ja zu bezweifeln, aber okay. Der Goth tritt langsam auf uns zu. Er sieht ziemlich kaputt aus. So ähnlich wie Julien. Nur ohne den Weihnachtsmannpullover. Seine Haare sind offen und total verstrubbelt und er trägt in dieser eiskalten Nacht nur ein schwarzes T -shirt. Auch noch verkehrt herum! Vielleicht sollte ich ihm schon mal eine Packung Taschentücher schenken.

Endlich setzt sich auch Julien in Bewegung und schlürft Lunas entgegen.

Eine leise Stimme raunt mir etwas ins Ohr: „Ich glaube wir lassen die beiden lieber alleine.“

Und schon zieht mich Josh rücklings nach drinnen. Die Tür lässt er angelehnt.

 

Nach einer halben Ewigkeit – ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wann, da ich noch nie so etwas wie Zeitgefühl besessen habe – kommen die beiden ins Haus. Ich habe mich wieder unter die Decke auf das Sofa/Bett gelegt und Josh, ja… Josh ist wieder in der Küche, aber was genau er da macht weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich schmollt er, weil wir seine Suppe nicht aufgegessen haben. Wer weiß…

„Hey Dam, wo ist denn Josh?“

Hand in Hand stehen sie neben dem Sofa und grinsen beide wie zwei Honigkuchenpferde. Vor allem bei Lunas sieht das ein bisschen unheimlich aus. Er sieht aus wie ein Psychopath. Wobei er eigentlich ja auch einer sein könnte.

„Ich glaube in der Küche.“

Und da gehen sie auf Wolke 7 von dannen. Was sie mit Josh in der Küche bereden kann ich leider nicht hören und ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht die Bohne. Mhm.. irgendwie freue ich mich, dass sich die beiden wieder vertragen haben. Keine Ahnung wieso, aber es freut mich. Oh mein Gott, ich fange an mich für andere Menschen ernsthaft zu interessieren! Okay, Josh zählt nicht dazu… ich meine, er ist mein Freund, da interessiere ich mich zwangsläufig für ihn, aber Lunas und Julien sind nicht wirklich jetzt mit mir befreundet und ich empfinde etwas für sie. Also keine Liebe sondern Freude… oh man, nein ich denke jetzt nicht mehr darüber nach, sonst bekomme ich auch noch Kopfschmerzen und das muss ja jetzt wirklich nicht sein. Die Grippe reicht mir schon voll und ganz.

„Hey, Da.“, Josh strahlt mich an.

„Mhm?“

Warum strahlt er so. Hat er im Lotto gewonnen?

„Lunas hat angeboten, dich mit nach Hause zu nehmen. Du musst also nachher nicht nach Hause laufen.“

Oh man, dass ich heute noch irgendwann nach Hause muss habe ich ja ganz vergessen, morgen ist ja auch wieder Schule.

„Ah okay. Fahren wir gleich?“

Josh tauscht einen kurzen Blick mit Lunas, welcher nickt.

„Jup.“

Josh sieht ein bisschen traurig aus, aber na ja das kann ich jetzt auch schlecht ändern. Schniefend stehe ich auf und wanke in den Flur zu meinen Chucks. Julien und Lunas gehen schon zu seinem Wagen, während ich mich noch mit dem Schuhen abmühe. Das ist echt scheiße, wenn einem dabei die Nase läuft! Gott, schmeiß Taschentücher vom Himmel! Na endlich, bin fertig!

An der Tür zieht mich Josh noch ein Mal an sich.

„Wir sehen uns morgen ja?“

„Klar.“

Hallo?! Wir sehen uns jeden Tag in der Schule, das muss er nicht noch nachfragen.

Er drückt mir einen leichten Kuss auf die Wange und lächelt mich lieb an.

„Bis morgen dann, Kleener.“

„Nacht.“

„Schlaf gut.“

Ich drehe mich um und gehe hinaus in die dunkle Nacht. Ein uralter Ford Fiesta wartet auf mich. 

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